AfD gone wild. Schläger bedrängen Antifaschist_innen

In den letzten zwei Wochen trafen sich jeweils Samstags Antifaschist_innen in Münster um etwas gegen die Wahlkampfstände der rechtspopulistischen und marktradikalen Partei „Alternative für Deutschland“ zu unternehmen.
Beim ersten Mal am 03.05. lief ales noch sehr zivilisiert ab. Ca. 2 Menschen entrollten in direkter Nähe zum Stand ein Transparent auf dem geschrieben war „Vorsicht rechte Propaganda“. Drei weitere Menschen verteilten Flyer, die über die Ziele der AfD aufklärten und kamen mit einigen Bürger_innen ins Gespräch. Schon da versuchten mehrere Kandidaten der Afd die Kritiker_innen zu bedrängen. Diese blieben dabei völlig ruhig, gingen nicht auf Provokationen und übergriffiges Verhalten ein und schafften es, dass die Wahlkampfhelfer_innen völlig überfordert waren und sich zu viert vor das Transparent stellten. Dies sorgte dafür, dass mehrere Bürger_Innen empört ihre Solidarität mit den Antifaschist_innen bekundeten und die AfD selbst keine Kapazitäten mehr zum Flyer verteilen hatte.

Beim zweiten Versuch am 10.05. erbot sich den Aktivist_innen ein anderes Bild. Kaum war eine Kleingruppe von ca. 3 Menschen mit einen Transpi aufgetreten, stürmten vier Schläger auf sie zu, machten den Menschen unmissverständlich klar, dass sie zu gehen haben und schubsten eine person. Eine halbe Stunde später trafen sich ca. 15 Antifaschist_innen breiteten erneut in räumlicher Distanz zum Stand ein Transpi aus und verteilten Flyer. Sofort stürmten wieder ca. 6 Männer hervor, die unmittelbar handgreiflich wurden, schubsten und die Kritiker_innen beschimpften und bedrohten. Später kamen noch zwei Bekannte Gesichter aus der Naziszene hinzu, begrüßten die AfD Ordner und stellten sich zu ihnen.

Ein ausführlicher Bericht und einige Hintergrundinformationen finden sich: hier und hier


Die AfD „Ordner“. 1. von links: Tobias Hartmann (NaSoMS-Aktivist)

„Nazipappen – Safari“

Naturwissenschaftler_innen und Antifas aufgepasst. Nach mehreren bestätigten Sichtungen ist zu vermuten, dass in den kommenden vier Wochen mehrere Rudel „Nazipappen“ die Landstriche rund um Emsdetten heimsuchen werden. Die sonst eher scheue Spezies bevorzugt Zufluchtsorte im urbanen Raum in bis zu 5 Meter Höhe und tritt dort meist in Ansammlungen mit bis zu 4 Exemplaren in einem Terretorium auf. Droht ihr dort akute Ge­fahr, lässt sich die »Na­zi­pap­pe« schlag­ar­tig zu Boden fal­len, ver­kriecht sich ins Un­ter­holz und kau­ert sich dort zu­sam­men.

Im Laufe letzten Jahre wurden außerdem mehrere Exemplare der Spezies „gemeiner Deutscher“ gesichtet, die eine Symbiose mit den „Nazipappen“ bildeten und diese an den Zufluchtsorten aussetzten.Unseren Erkentnissen nach zeichnet sich die Spezies der „Nazipappen“ durch eine beeindruckende Artenvielfalt aus, wobei sich manche Arten, auf dem ersten Blick, nur schwer voneinander unterscheiden lassen.

Bisher wurden auch in anderen Gebieten Deutschlands Exemplare entdeckt. Nur gut, dass es Aufklärungsseiten gibt die über die scheuen und das friedliche Zusammenleben gefährdende Exemplare berichten.
Hier möchten wir insbesondere die Seite „selber machen“ hervorheben. Ebenfalls fanden wir eine Anleitung wie sich die „Nazipappen“ auch an ihren hohen Zufluchtsorten einfangen lassen.Falls ihr weitere Exemplare von „Nazipappen“ oder gar ein Exemplar des „gemeinen Deutschen“ sichtet, möchten wir euch bitten uns deren Aufenthaltsort mitzuteilen.

Vergangene Woche wurden zudem Exemplare des „gemeinen Flugzettels“ entdeckt, welcher sich gerne in Briefkästen zurückzieht. Die Art „Neue Ordnung“ ist eine Abspaltung der „NPD“ und zeichnet sich durch noch aggressivere verbalangriffe aus und hat dennoch einen leichten Hang zur Romantik. Beispielsweise versucht es, dass Bild einer Mutter zu imitieren um bei kontakt mit „Homo Sapiens sapiens“ Betroffenheit auszulösen und niedere Instinkte zu wecken. Auch bei dieser Spezies ist davon auszugehen, dass sie eine Symbiose mit dem „gemeinen Deutschen“ bilden.

Ein Anschauungsstück des „gemeinen Flugzettels“

Bericht: Antifakonzert 17.04. in Münster

Eingeladen hatte die Autonomen Antifa Rheine statt. Mit den Einnahmen sollen die Repressionskosten, die im Rahmen der Flora Demo am 21.12.2014. entstanden sind, ausgeglichen werden. Neben Oerk und the bloodtypes spielten auch Suffer und feierten an diesem Abend ihr Album Release. Der Laden war ziemlich voll, die Stimmung war herausragend und zum Ende gab es auch noch eine kleine Soliaktion. Ca. 150 Gäste beteiligten sich und drückten ihre Solidarität mit, den von der Abschiebung bedrohten, Geflüchteten Barkhindo Diallo aus.

Soli-graffity

Schon vor einigen Wochen haben wir in Emsdettens Stadtkern ein Soligraffity für die Refugeeproteste entdeckt. Mitlerweile wurde es leider entfernt. Da wir es bisher nirgendwo im Internet gefunden haben, möchten wir euch ein Foto des guten Stücks präsentieren.

Abschiebungen verhindern – Demonstration am 20.03.2014

Circa 80 Geflüchtete aus Osnabrück sollen in den nächsten Wochen in andere EU-Länder (u.a. Italien, Ungarn und Frankreich) abgeschoben werden. Gemeinsam wollen Geflüchtete und Unterstützer_innen am Donnerstag gegen die geplanten Abschiebungen demonstrieren. Die erste Abschiebung, die in der Nacht auf den 11.03.2014 stattfinden sollte, konnte mit Hilfe von 60 Menschen verhindert werden.

Die Abschiebungen werden mit der Dublin-Verordnung gerechtfertigt, welche besagt, dass das EU-Land, welches die Flüchtlinge als erstes betreten haben, für diese auch zuständig ist. Die sogenannten „sicheren Drittstaaten“, welche Deutschland umgeben, sind aber alles andere als sicher. Für Griechenland beispielsweise wurde auf Grund der dortigen menschenunwürdigen Bedingungen für Flüchtlinge bereits ein Abschiebestopp erwirkt. Aber auch in anderen Ländern drohen Geflüchteten Hunger, Obdachlosigkeit und Armut.

Die Geflüchteten wollen ihren Protest nun zum Osnabrücker „Friedens“-Rathaus tragen und die „No-Lager-Gruppe“ ruft zur Unterstützung der Demonstration auf. Sie läuft unter dem Motto „Abschiebungen stoppen – Wir alle sind Menschen!“

Demonstration gegen Abschiebungen am Donnerstag, 20.03.2014
Zeit: 15:30 Uhr
Ort: Gewerkschaftshaus, August-Bebel-Platz 1, Osnabrück

„Abschiebungen stoppen – Wir alle sind Menschen!“
Kommt zur Demonstration und solidarisiert euch mit den Geflüchteten!

Weitere Informationen gibt es hier.