Archiv für Dezember 2013

Am 21.12.2013 Flora verteidigen

Die „Rote Flora“ ist ein seit 1989 besetztes und umkämpftes Haus in Hamburg. Immer wieder hat die Stadt versucht, den Besetzer_innen das Haus abzunehmen, weil sie plante, dass Gebäude in ein Kommerz-Musical zu verwandeln, welches das gesamte Schanzenviertel im Handumdrehen komplett aufgewertet und dazu geführt hätte, dass die Menschen, die hier vorher gelebt haben, vertrieben worden wären.

Bis heute haben sich die Besetzer_innen der Roten Flora erfolgreich gegen diese und andere Pläne gewehrt, haben nicht klein beigegeben – denn die Flora sollte ein politisches Zentrum bleiben. Aus eigener Kraft wurde das Gebäude in Stand gehalten und bewohn- und nutzbar gemacht.

Die Flora ist mittlerweile international bekannt und ist zum Symbol für die Hausbesetzer_innen-Szene geworden. Und weil mensch – genau genommen der jetzige, formale Eigentümer des Gebäudes Klausmartin Kretschmer – immer wieder versucht, die Besetzer_innen loszuwerden, regt sich der Widerstand. In diesem Jahr hat sich die Lage der Flora sehr verschärft und Herr Kretschmer hat den Besetzer_innen ein Ultimatum zum 20.12.2013 gesetzt.

Bis zum 20.12.2013? Am 21.12.2013 findet in Hamburg eine bundesweite und internationale Demonstration gegen Räumungsandrohungen, für den Erhalt der Esso-Häuser und ein Bleiberecht für die Lampedusa-Flüchtlinge statt. (Hier der Aufruf.) Und die Veranstalter_innen erwarten mehrere tausen Teilnehmer_innen. Sogar Polizei und Politiker sprechen von einer Provokation durch das Vorgehen Kretschmers. Ein breites antifaschistisches Bündnis hat indes seine Solidarität bekundet.

Eine gemeinsame Anreise für den Raum Münster – Osnabrück ist geplant.

Kommt am 21.12.2013 zu den folgenden Abfahrts-Treffpunkten:

Münster: 08:05 Uhr – Gleis 2
Greven: 08:14 Uhr – Gleis 1
Emsdetten: 08:22 Uhr – Gleis 2
Rheine: 08:38 Uhr – Gleis 4
Osnabrück: 09:37 Uhr – Gleis 4

Rote Flora verteidigen – Esso-Häuser durchsetzen!
Gegen rassistische Zustände – Bleiberecht für alle!

Oury Jalloh – das war Mord!

Am 07.01.2005 wurde der aus Sierra Leone stammende Oury Jalloh von der Dessauer Polizei in „Schutzhaft“ genommen, woraufhin er in einer Gewahrsamszelle an Händen und Füßen an Wand und Boden gefesselt verbrannte. Bis heute ist nicht geklärt, was an diesem Tag in Zelle Nr. 5 tatsächlich geschehen ist: Allerdings zeigt das Brandgutachten, welches von der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh in Auftrag gegeben wurde, nun eins ganz deutlich:
Oury Jalloh wurde auf einem Polizei-Revier von einer Person, die Zugang zur Zelle hatte, angezündet. Dass Ouri Jalloh sich selbst anzündete kann nun ausgeschlossen werden. Um ein entsprechendes Brandbild zu erreichen muss die schwerentflammbare Unterlage seiner Matratze mutwillig entfernt worden, sowie mit über 5 Liter Benzin getränkt worden sein.

Damit ist nun endgültig erwiesen: Ouri Jalloh, das war Mord!

Oury Jalloh – Das war Mord from Initiative Oury Jalloh on Vimeo.

Auch wenn diese neuen Erkenntnisse uns nicht überraschten, sondern sich nur einreihten in die Liste der bisherigen Anzeichen für einen Mord, so wecken sie dennoch von neuem unsere Wut und unseren Schmerz.

Wir fordern eine umfassende Aufklärung der Todesumstände seitens des Staates und danken den Menschen, die das Brandgutachten möglich gemacht haben. Aber wir möchten auch nicht vergessen dass auch die Verurteilung der Schuldigen in diesem Falle nicht reicht.

Es gilt den rassistischen Status Quo auf allen Ebenen zu bekämpfen.

Schluss mit rassistischen Polizeikontrollen!
Schluss mit der Residenzpflicht!
Schluss mit den Abschiebungen!

Refugees Welcome!

Weitere Informationen zu Oury Jalloh findet ihr hier.