Archiv für Juli 2012

2 NPD Kundgebungen in der Region

In Rahmen der „Deutschlandfahrt“ will die NPD 52 Städte im Bundesgebiet anfahren.
So sollen am Donnerstag den 19.07.2012 um 15:00 Uhr in Osnabrück am Hauptbahnhof eine Kundgebung und am Freitag ab 16:00 in Münster am Bremer Platz eine weitere stattfinden.
Bei beiden Veranstaltungen ist mit einem Polizeiaufgebot zurechnen so wird für die Zeit von 9-17 Uhr der Bahnhofsbereich in Osnabrück teilweise gesperrt.
Dennoch rufen wir zu lautem und starken Gegenprotest auf. Lasst uns die Kundgebungen verhindern.
Kommt zu den Treffpunkten und beteiligt euch am Widerstand
ergänzender Artikel der „Alternativen Zeitung Emsdetten“: hier
Kurzfristige Infos:
Antifa linke Münster
Antifa Osnabrück

Junge Union bietet Nazis Diskussionsplattform – Bürgermeister äußert sich rassistisch.

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Da staunten die Besucher nicht schlecht als zu Beginn der öffentlichen Vorführung des Filmes „Blut muss fließen..“, der über die Rechtsrockszene informieren soll, auf einmal 4 Nazis im Eingang des Kinosaals standen. Alle 4 trotz des warmen Wetters am 02.07.2012 mit dicken Winterjacken und teilweise Lederhandschuhen ausgerüstet, versuchten sie schon vor Veranstaltungsbeginn durch ihr martialisches Auftreten die Besucher am Eingang einzuschüchtern. Der einzige Skandal des Abends war das nicht. So äußerte sich Bürgermeister Georg Mönikes (CDU) rassistisch und Dieter Jasper (CDU) gab sich alle Mühe das Feindbild nach links zu lenken.

„Einen klugen haben sie dabei…“

Inszeniert wurde der Abend von der Jungen Union Emsdetten und fand mit Unterstützung des CDU Ortsverbandes so wie des Bürgermeisters statt. Obwohl die Veranstaltungsleitung im Vorfeld informiert wurde, dass lokale Nazis ebenfalls erscheinen wollen und versuchen würden die Veranstaltung zu stören, zeigte sich diese leider unfähig zu handeln. So geschah es, dass die vier stadtbekannten Mitglieder (unter ihnen Martin W. Von den Nationalen Sozialisten Münster) der rechten Szene unter den Augen der anwesenden Polizeibeamten den Veranstaltungsraum betraten und unter Anderem die Teilnehmer/innen als „Fotzen“ betiteln konnten. Auch wollten sie einzelne Menschen dazu anregen, sich vor den anwesenden Journalisten zu schlagen. Dieser Provokation wurde nicht genüge getan, stattdessen forderten mehrere Besucher lautstark, die Nazis der Veranstaltung zu verweisen. Leider kam dies für die Junge Union Emsdetten nicht infrage, so wurden die rechten auf die hinterste Sitzbank verwiesen und hatten teilweise auf dem Fußboden zu sitzen. Im folgenden Gespräch mit den Veranstaltern stellte sich heraus, dass diese die Nazis nicht nur dulden wollten sondern zu dem, auf Grund mangelnder Erfahrung, schlichtweg überfordert waren.

Während des Filmbeitrages blieb die Situation ruhig, die Faschisten wussten wie sie sich zu verhalten haben. Jedoch sollte es nach der Vorstellung noch zu einer Diskussions- und Fragerunde mit dem Regisseur kommen zu denen die Veranstalter nach internen Überlegungen ebenfalls die Nazis zu ließen. Daraufhin kam es zu einer kurzen Konfrontation mit anwesenden Antifaschisten/innen, die einer Journalistin zur Hilfe kamen, die von einem der Nazis zur Rede gestellt wurde, warum sie denn Fotos von der Veranstaltung mache. Die direkte Hilfe der engagierten Jungen Erwachsenen wirkte deeskalierend, so dass sich die Situation schnell beruhigte als der Nazi, der die Eskalation herbeiführen wollte, auf Grund der ausweglosen Situation, schließlich von einem Kameraden weggezogen wurde.

Die Sorgen der Besucher bewahrheiteten sich direkt zu Anfang der Veranstaltung, da einer der Nazis immer wieder versuchte durch provokante Fragen und Reden, frei nach der Wortergreifungsstrategie, die Diskussion für sich zu vereinnahmen. Die Beiträge des redseligen Nazis waren durchzogen von Standartphrasen, Verwertungslogik und vorwurfsvoller offensiver Argumentation. Jedoch gelang es ihnen nicht die Gesprächsführung zu übernehmen oder Unmut gegenüber dem Regisseur im Saal zu sähen, statt dessen wurden sie immer wieder ausgelacht, ausgepfiffen und lächerlich gemacht. Drei der vier Nazis bekamen während der drei Stunden nicht ein einziges Mal die Zähne auseinander und einer der vier Störer schien sich dermaßen eingeschüchtert zu fühlen, dass er sich den kompletten Abend vermummte. Eine erfreuliche Meldung wurde auch über den Polizeifunk verbreitet, darin gab einer der anwesenden Polizisten nämlich weiter: „einen klugen haben die Nazis da“. So konnte die Runde weitergehen und es kamen viele Interessante Fragen über den Film auf, die der Regisseur nach besten Willen zu beantworten versuchte.

Dieter Jasper (CDU) , der Regisseur, Georg Moenikes (CDU)

Der Ausrutscher

Ganz anders stellte sich der Bürgermeister Emsdetten dar, so äußerte er im Laufe der Diskussion, dass Italiener ein besonders hitziges Gemüt hätten und „wir“ deutschen ein kühlere Mentalität aufweisen, da unsere Vorfahren ja schließlich aus dem Norden kamen. Es ist nicht nur schlichtweg Rassismus wenn man Menschen auf Grund ihrer Herkunft verschiedene Verhaltensweisen zuordnet ,sondern die „Nordenargumentation“ ist zudem genau jene die von vielen Nazis benutzt wird um die Überlegenheit der Deutschen und germanischen „Rasse“ zu formulieren und legitimieren.
Auch nach Protest im Publikum und in den eigenen Reihen wollte Georg Mönikes seine Aussage nicht zurück nehmen sondern sagte denen, die sich beschwerten, dass sie sich mal vernünftig informieren sollten und verweigerte anschließend jegliche Aussage bezüglich der Thematik.

Einer der Nazis versuchte noch ein paar mal das Wort zu ergreifen doch dies stieß größtenteils auf Spott und Ignoranz. Bis zum Ende der Veranstaltung blieb alles ruhig und der Regisseur konnte noch einiges an Lob ernten.
Resümee

Viele Menschen bedankten sich für das Erscheinen der jungen Antifaschisten/innen da ohne sie der Verlauf der Veranstaltung massiv von den Nazis gestört worden wäre. Den Nazis gelang es an diesem Tag nicht das Wort zu ergreifen und statt populistischer Parolen im Publikum sähen zu können wurde vielen Besuchern klar, dass die Zukunft der Menschheit nie wieder in die Hände der Faschisten fallen darf.

Hinweis an die Nazis: Die war eine Veranstaltung der Jungen Union Emsdetten. Versucht nicht auf anderweitige Veranstaltungen, die die Thematik behandeln zu erscheinen.