05.05.2012 Emsdetten:
Im Zuge der Kirmes in Emsdetten kam es zu einer interessanten Begegnung mit mehreren Neonazis.
Als Martin W., Mitglied der „Nationalen Sozialisten Münster“ mit einer kleinen Gruppe am Morgentaubrunnen vorbeilief bemerkte er die ca. 10 Antifaschisten die sich dort trafen um gemeinsam Musik zu machen. Keiner der Faschisten sagte einen Ton, stattdessen entschlossen sie sich wohl einen anderen stadtbekannten Nazi zu ordern, der sich die Lage für sie genauer angucken sollte.
Als dieser den Platz erreichte zog er laut Augenzeugenberichten sofort Quarzsandhandschuhe an und suchte die Konfrontation mit der Gruppe. Angesichts dessen, dass er alleine als Laufbursche losgeschickt wurde erkannte er schnell die Misslichkeit seiner Lage. So wurde er schnell kleinlaut und sah sich gezwungen einer Diskussion zu stellen. Während dieser konnte er weder seine Meinung, noch sein Vorgehen begründen und war nicht fähig einen einzigen grammatikalisch richtigen Satz hervorzubringen. Während des Gespräches wurde er immer wieder von Kirmesbesuchern beleidigt und ausgelacht und zog die Aufmerksamkeit auf sich, so dass die Gruppe um ihn rum anwuchs.
Nach einiger Zeit verließ er beleidigt den Platz da ihm klar wurde, dass er lediglich als Laufbursche benutzt wurde und keine Chance hatte sich zu behaupten. Schließlich, sagte er, müsse er noch zu seinem Hund der schon lange auf ihn wartete ausführen.
Das war das zweite Mal, dass sich Neonazis in Emsdetten auf ein Gespräch mit Antifaschisten einließen und dabei wichtige Informationen über ihre Strukturen, Hierarchie und Finanzen weitergaben.
Weiter so. Faschisten den Wind aus den Segeln nehmen.
06./07.05.2012 Emsdetten:
In der Nacht von Sonntag auf Montag klebten freie Kräfte mehrere Plakate in der Stadt. Interessant dabei ist zu einem die Örtliche Nähe zu den NPD Plakaten sowie, dass die Plakate der Autonomen Nationalisten in der gleichen Nacht geklebt worden sind. Beobachtet wurden zwei männliche Personen.

Am Montag den 07.05. demonstrierten ca. 130 Menschen gegen eine Pro NRW Kundgebung die in Münster Hiltrup vor der Baitul-Momin-Moschee stattfand, jedoch mit weniger als 20 Rassisten weniger gut besucht war. An der Kundgebung des „keinen Meter Bündnisses“ sollen laut Veranstalter ca. 80 Personen teilgenommen haben.
Die Polizeikräfte zeichneten sich auch dieses Mal durch ein überzogenes Aufgebot aus und verwehrten vielen Menschen ihr Recht auf Bewegungsfreiheit. So wurde eine Gruppe von ca. 30 Antifaschist/innen am Münsteraner HBF aufgehalten und dazu angewiesen eine Taschenkontrolle über sich ergehen zu lassen. Als sich zwei Mitglieder der Gruppe weigerten nahm die Polizei jeden und jede vorläufig bis acht Uhr abends fest. Die Begründung lautete: da sich in ihrer Gruppe mehrere Polizeibekannte und strafbekannte Linksextremisten befinden werden wir sie vorläufig festnehmen. Obwohl keiner der Menschen zu diesem Zeitpunkt in irgendeiner Weise gegen das gültige Recht verstoßen hatte wurde die Gruppe unter Zwang verhaftet, da die Polizeikräfte die Gruppe als potentiell gefährlich einschätzten.
Auch während der Kundgebung wurde legitimer Protest durch eine Reiterstaffel und einem unverhältnismäßigen Aufgebot beinahe unmöglich gemacht. Jedoch verloren die Einsatzkräfte bei der Abreise des Pro NRW Wagens kurzseitig den Überblick und konnten eine Beschädigung gerade so verhindern.
Die NPD startete gestern ihren Wahlkampf in Emsdetten. Sowie in den Umliegenden Städten und Dörfern wurden einige Plakate an Laternenpfähle gehängt, da die Plakatwände „leider“ schon von den Piraten besetzt waren.
Falls ihr noch weitere Aktivitäten der Nazis bemerkt (Plakate, Flyeraktionen, Infostand…) bitten wir euch uns dies über unser Kontaktformular mitzuteilen.
Bisher befinden sich Plakate an folgenden Stellen:
Grevener Damm, Amtmannschipperstraße, Grünring/Westring, Gymnasium Martinum, an der TOTAL Tankstelle, Hollingen Ortseingang.
In insgesamt 25 Städten in ganz NRW will die rechtskonservative und rassistische Partei eine Bustour machen. Sie verspricht sich dadurch eine breite Öffentlichkeit zu schaffen und Wahlerfolge am 13. Mai für sich zu verzeichnen.
Der rechte Wanderzirkus wird auch im Münsterland einen Stopp machen. Genauer gesagt in Münster- Hiltrup. Ein gut gewählter Ort da der Stadtteil einer der Hauptbezugspunkte des örtlichen Nazigrüppchens „Nationale Sozialisten Münster“ ist und somit ein Heimspiel für die dort agierenden Nazis darstellt. Zudem bietet der genaue Treffpunkt, die Baitul-Momin-Moschee, den lokalen Anknüpfpunkt um ihre fremdenfeindliche und antimuslimische Hetzte in das Volk zu tragen.
Diesen politischen Schachzug werden wir ihnen nicht gönnen daher rufen wir alle Menschen dazu auf sich am 07.05 ab 12:00 Uhr in der Hansestr. In Münster-Hiltrup aufzuhalten, an der antifaschistischen Kundgebung teilzunehmen und sich den Nazis in den Weg zustellen und daran zu hindern ihre Kundgebung durch zuführen.
In der Nacht vom 13. Auf den 14. April wurde in Hopsten (Kreis Steinfurt) ein Brandsatz auf den Balkon eines von Migranten/innen bewohnten Hauses geschmissen. Nur dank des Eingreifens eines Nachbarn konnte schlimmeres verhindert werden.
Die Täter: jung, zwischen 16 und 20, keine organisierten Nazis. Jedoch Jugendliche die wie viele andere rassistische Vorurteile aufweisen und sich auch demnach zu ihrer Tat äußerten. Wie ebenfalls in vielen anderen Dörfern bestehen dort keine Öffentliche Nazistruktur jedoch große Sympathie für Fremdenhass und Rassismus und mangelnde Aufklärung zu den Themenkomplexen. Kaum jemand möchte sich zu dem schwierigen Thema äußern und noch weniger machen sich kritische Gedanken und handeln demnach. So blieb 2009 ein fast tödlicher Genickschuss auf einen Punk in Hopsten straffrei und der Täter der aus der Örtlichen Landjugend kommt, konnte sein Leben unbehelligt weiterführen.
So stieß auch die am 21.04. angemeldete Kundgebung mit 25 Menschen am Marktplatz in Hopsten auf große Gleichgültigkeit und wurde nicht von den Bewohnern des Dorfes unterstützt.
Interessanterweise versammelte sich eine kleine Gruppe Jugendlicher die teilweise mit schwarzen Windbreakern und Basecaps gekleidet waren in Sichtweite zur Kundgebung. Sie telefonierten stetig und wuchsen irgendwann auf neun Personen an. Nachdem einer der, wenig anwesenden, Polizeikräfte gemütlich zu dem Grüppchen schlenderte und mit ihnen sprach teilten sie sich auf und liefen davon.
Nach der Kundgebung setzten sich die angereisten Demonstranten/innen in Bewegung und verteilten mehrere Hundert Flyer an Haushalte um über den rassistischen Anschlag aufzuklären.
Einige Bilder der Kundgebung:

